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Unabhängige Finanzberatung – wer glaubt noch an den Weihnachtsmann?

Eingetragen von auf 17. November 2006 – 16:16Kein Kommentar

Es gehört zur Tragik unseres Lebens, dass man mit zunehmenden Alter immer skeptischer wird. Glaubten wir als Kinder noch an den Weihnachtsmann, den Osterhasen oder Supermann, so mußten wir doch mit der Zeit Abschied nehmen von den Helden unserer Kindheit. Doch halt, auch in unserer ach so rauhen und egoistischen Welt gibt es noch einen Berufsstand, der nur um unser Wohl besorgt ist und nur unser Bestes will (also unser Geld): Der unabhängige Finanzdienstleister! Wenn wir wirklich eine unabhängige finanzielle Beratung haben wollen, hier sind wir gut aufgehoben. Den halbsenilen Bankberater, der uns eine Kfz-Versicherung verkaufen will, den aufdringlichen Vertreter vom Strukturvertrieb der DVAG, oder war es doch der AWD?, Ihnen allen zeigen wir die kalte Schulter und lassen uns vom qualifizierten Finanzdienstleister beraten. Schnell noch Kaffee gekocht, die alten Kekse auf den Tisch und schon klingelt es an der Tür: Dieter K. (Qualifikation: abgebrochene Metzgerlehre, zwei Jahre Zeitsoldat, 3 Jahre AWD, stechender Blick) betritt mit forschen Schritt die gute Stube. Schnell taxiert er den Wert unserer Wohnungseinrichtung und schon liegt auch der 10 seitige Analysebogen auf dem Tisch. Drei Kekse und zwei Tassen Kaffee später eröffnet er mir dann die schreckliche Wahrheit: Die Hausratversicherung zu teuer, meine Lebensversicherung hat zu wenig Rendite, meine beiden Kinder brauchen unbedingt eine private Unfallversicherung und, ach ja, fast vergessen, die Riester-Rente, ohne diese Police kommt heute keiner mehr aus. Gut das mein unabhängiger Finanzberater aus dem Portfolio von über 200 Produktpartner wählen kann, von A wie Axa oder Alianz bis Z wie Züricher. Wie macht er das nur? Hat er mit allen Versicherungen Vertäge? Nein, dazu hat er wie fast alle freien Finanzdienstleister einen Maklerpool im Rücken. Der übernimmt die Abrechnung der Provisionen und sorgt dafür, dass er stets nur die besten Produkte erhält (also die, die am meisten Provision bringen). Natürlich wissen auch die Versicherungsgesellschaften wie wichtig die Maklerpools sind und hofieren sie mit Luxusreisen und kostspieligen Wettbewerben. Die Folge: Der ach so unabhängige Finanzdienstleister erliegt schnell der Versuchung und bietet nur noch die vom Maklerpool präferierten Versicherungsprodukte an. Schade, nun ist auch dieser Traum geplatzt.

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